28. Januar 1970: Gemeinderatsbeschluss für Kredit von Fr. 10.3 Mio. für das Hallenbad Altstetten.
26. April 1970: Das Volk stimmt der Vorlage für ein Hallenbad für Sport und Gesundheit zu.
April 1973: Inbetriebnahme
Im ersten Betriebsjahr 340'000 Besucher: Man steht für 1.5 Std. Badezeit gerne Schlange - auch im Sommer!
Das von den Architekten Bolliger, Dubach und Höngger geplante Hallenbad wird als architektonisches Meisterwerk als besonderer Bau prämiert
Abnahme der Besucherzahlen infolge der Eröffnung der Hallenbäder Örlikon (1978), Bläsi (1989) und Leimbach (1983)
Einpendelung der jährlichen Besucherzahlen seit Ende der achtziger Jahre bei rund 150'000.
1992: Die Hauptabteilung Badeanlagen des Amtes für Gesundheit und Umwelt (AGU) hat grosse Pläne: Im geheimen - die Verwaltung ist sich der Sprengkraft bewusst - wird der Umbau des Hallenbades Altstetten in ein Mini-Alpamare geplant.
Verschiedene Ingenieurstudien belegen, dass die Substanz des Bades gesund ist.
Sommer 1993: Das Geheimprojekt wird von den Schwimmvereinen entdeckt.
Dezember 1994: Die Interessengemeinschaft Stadtzürcher Schwimmsportler versucht über den Zürcher Stadtverband für Sport (Hans Diem) das AGU zu überzeugen, dass das Projekt nicht geeignet ist.
6. Februar 1994: Felix K. Gmünder gündet das Aktionskomitee "Hallenbad Altstetten für Gesundheit und Sport" und startet eine Medienaktion gegen das Mini-Alpamare. Die Verwaltung und der Stadtrat geraten in Zugzwang.
16. März 1994: Medienkonferenz des Stadtrates. Der Stadtrat hat beschlossen rund Fr. 17 Mio. in die Sanierung und den Umbau ins Mini-Alpamare zu stecken. Das Projekt wird von der Quartier-Bevölkerung vehement abgelehnt. Die Quartierentwicklungskommisssion Altstetten/Grünau (QUEKAG) schaltet sich ein und versucht zu vermitteln.
Start Unterschriftensammlung für eine Petition
11. April 1994: Quartierversammlung unter der Leitung der QUEKAG. Das AGU erkennt, dass es sich beim Mini-Alpamare um eine Fehlplanung handelt.
14. April 1994: Die Petition wurde von über 4'500 Personen unterschrieben eingereicht.
27. April 1994: Der Stadtrat hebt auf Druck des Quartiers Altstetten seinen Beschluss wieder auf. Das Hallenbad bleibt vorläufig so wie es ist.
12. Juli 1994: Die Verwaltung will in offener Planung mit dem Quartier die Zukunft des Bades planen. Es finden mehrere Sitzungen statt an denen gemeinsam ein machbares Projekt entwickelt wird, das sowohl Plausch- als auch Sportanliegen berücksichtigt.
Die Quartiervertreter weisen die Verwaltung darauf hin, dass eigentlich zuerst ein gesamtstädtisches Bäderkonzept Klarheit über den Bedarf an Bädern sowie das Angebot (Sport, Fitness, Wellness etc.) verschaffen sollte, bevor man einzelne Bäder saniert und umbaut.
Februar 1995: Die Verwaltung nimmt den Vorschlag entgegen und gibt eine solche Studie in Auftrag. Allerdings darf vom Auftragnehmer nur die Ertragsseite nicht aber die Kostenseite analysiert werden! Stadtrat Nigg werde auf das Quartier zukommen, sobald die Ergebnisse bekannt sind.
Ende 1995: Es kursieren Gerüchte, dass die inzwischen durchgeführte Studie die Schliessung mehrere Frei- und Hallenbäder empfehle.
11. Januar 1996:Die beiden SP-Gemeinderätinnen Holdner und Güntensberger wollen vom Stadtrat Antwort: Stimmt es, dass das Hallenbad Altstetten bald geschlossen wird? Der Stadtrat vertröstet die beiden Anfragerinnen.
März 1996: Die Veröffentlichung von Resultaten der Studie durch die Verwaltung wird "in Bälde" angekündigt. Das AGU gibt bekannt, dass einzelne Schliessungen ins Auge gefasst werden.
23. Juni 1996: Die QUEKAG hat zuverlässige Informationen bekommen, wonach der Stadtrat noch vor den Sommerferien über die Schliessung und den Abbruch des Hallenbades beschliessen werde. Die QUEKAG protestiert beim AGU, dass sie vor der Beschlussfassung über die bevorstehende Schliessung nicht wie 1994 abgemacht kontaktiert werden sollte. Das AGU wird aufgefordert zu informieren. Es wird eine Kundgebung als Start für eine Bittschrift geplant.
17. Juli 1996: Der Stadtrat beschliesst trotz 6500 Petitions-Unterschriften gleichwohl Schliessung und Abbruch. Das Bad sei in einem desolaten Zustand. Die Sanierung des Bades sei zu teuer: Fr. 17 Mio. Er verschweigt, dass es sich bei dem Betrag um die Kosten für das alte Mini-Alpamare Projekt handelt. Stadtpräsident Estermann schraubt in einzelnen Interviews die Kosten gar auf Fr. 20 Mio. hoch!
22. August 1996: Grosskundgebung für das Hallenbad mit rund 1000 Personen. Start Unterschriftensammlung für zwei Volksinitiativen: Eine zum Erhalt des Hallenbades Altstetten, eine zweite für die Unterstellung von Bäderschliessungen unters obligatorische Referendum. Die Parteien und GemeinderrätInnen Kreis 9 setzen sich intensiv mit der Sache auseinander und unterstützen die QUEKAG.
Der Zürcher Stadtverband für Sport wird beim AGU vorstellig und bietet seine Hilfe bei der Suche nach Lösungen an.
September bis Dezember 1996: Zähes Ringen um das Hallenbad. Die Stadt bleibt hart bei ihrem Schliessungs- und Abbruchentscheid. Im November spricht man allerdings nicht mehr vom Abbruch, sondern von Umnutzung. Anfangs die QUEKAG, dann die Kerngruppe für die zu gründende Betriebsgenossenschaft, verhandeln mit Stadtrat Nigg und dem AGU, das Bad zu privatisieren. Die Stadt verhält sich erst ablehnend, freundet sich dann aber allmählich mit dem Gedanken an.
22. Oktober 1996: Die gemeinderätliche Bäderkommission macht sich ein Bild über die Pläne der QUEKAG-VertreterInnen. Sie ist vom Privatisierungsgedanken begeistert und lässt sich von der Machbarkeit überzeugen.
Ende Oktober 1996: Die Herren Gnehm und Gmünder geben ein erstes Angebot an die Stadt ab. Sie könnten das Bad im Rahmen einer Betriebsgenossenschaft anfänglich für Fr. 1.4 Mio pro Jahr betreiben. Der benötigte Betrag würde nach 4 Jahren auf Fr. 1.1 Mio. sinken. Mit dem Betriebskredit würden nicht nur die laufenden Kosten sondern auch Zinsen und Amortisationen bezahlt. Die Stadt verlangt eine Darstellung des Angebotes in allen Einzelheiten.
13. November 1996: Medienkonferenz der QUEKAG. Es wird dargelegt, dass die Stadt ohne Schliessung eines Hallenbades pro Jahr mindestens Fr. 2 Mio. sparen könnte mit einem besseren Kostenmanagement und einem besseren Angebot in den Bädern (mehr "Kundenfreundlichkeit").
Das Hallenbad Altstetten könnte wesentlich kostengünstiger betrieben werden: Es sind Einsparungen von mind. Fr. 500'000.- pro Jahr möglich (vor allem durch Personaleinsparungen).
18. November 1996: Die Vertreter der geplanten Betriebsgenossenschaft geben in Diskussion mit dem Vertreter der Stadt ein bereinigtes Angebot ab.
Dezember 1996: Die Stadt beantwortet das Angebot abschlägig. Sie ist bereit, höchstens Fr. 450'000.- pro Jahr zu bezahlen. Die Darlehen müssten von der geplanten Betriebsgenossenschaft auf dem privaten Geldmarkt aufgenommen werden. Die Übergabe habe auf den 1. April 1997 zu erfolgen.
12. Dezember 1996: Gründung der Betriebsgenossenschaft im Hallenbad Altstetten. In die Verwaltung werden gewählt: Alfred Gnehm als Präsident, Felix Gmünder für Bauten und Projekte sowie Harald Amschler als Beisitzer.
31. Dezember 1996: Schliessung des Hallenbades für vorläufig 3 Monate.
Dezember 1996 bis Januar 1997: Das Gesprächsklima ändert sich vom "gegeneinander" zum miteinander. Die Betriebsgenossenschaft wird beauftragt, einen Businessplan bis anfangs März abzugeben.
4. Februar 1997: Informationsveranstaltung der QUEKAG: 300 Personen lassen sich informieren. Fachleute (Energie, Bäder, Finanzen) belegen, dass das Hallenbad in gutem Zustand ist. Einziges Problem ist die Finanzierung.
Februar bis März 1997: Im AGU findet eine Metamorphose statt: Es wird zur treibenden Kraft bei der Ausgestaltung des Privatisierungsprojektes.
Mitte März 1997: Der bereinigte Businessplan wird zu Handen des Stadtrates eingereicht. Das AGU wird den Vorschlag unterstützen. Die Verwaltung der Genossenschaft ist guten Mutes aber zum Schweigen verurteilt.
Anfangs April 1997: Die gemeinderätliche Bäderkommission unterstützt das Vorhaben der Betriebsgenossenschaft einstimmig und mit sehr viel Wohlwollen.
9. April 1997: Der Stadtrat beschliesst, eine Motion des Gemeinderates zur Gewährung eines jährlichen Kredites von Fr. 800'000.- für einen dreijährigen Probebetrieb sowie ein Darlehen von Fr. 1.5 Mio. für Sanierungen und Investitionen im Falle der Einreichung anzunehmen. Im direkten Gespräch klären die drei StadzrätInnen Koch, Küng und Nigg sowie ihren Chefbeamten Einzelheiten mit den drei Mitgliedern der Verwaltung Amschler, Gmünder und Gnehm. DAS EIS IST ENDGÜLTIG GEBROCHEN.
10. April 1997: Der Stadtrat macht das weitere Vorgehen öffentlich bekannt. Das Bad könne auf anfangs August wieder eröffnet werden. Stadtrat Nigg äussert sich lobend über die "Bürger, die in die Hosen gestiegen" sind und bezeichnet das Vorhaben als Pilotprojekt für weitere mögliche Ausgliederungen.
Fahrplan bis zur Wiedereröffnung
Mitte Juni: Stadtrat beschliesst über den Vertrag mit der Betriebsgenossenschaft
Ende Juni/anfangs Juli: Gemeinderat beschliesst über den Vertrag mit der Betriebsgenossenschaft
Anfangs Juli: Die Becken im Hallenbad werden wieder gefüllt
31. Juli 1997: Das betriebsbereite Hallenbad wird der Genossenschaft übergeben.
Renovations- und Sanierungsarbeiten können erst nach der Eröffnung in Angriff genommen werden, da die Beiträge der Stadt erst auf den 1.8.97 freigegeben werden.
1. bis 8. August: Personalschulung
8. August: Eröffnung unter Anwesenheit von StadträtInnen, hohen Beamten und geladenen Gästen sowie den GenossenschaftlerInnen